Wir verlassen Französisch Guyana

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Wir brauchen wieder Veränderung!

 

Fast 3 Monate nach der Rückkehr von unserer 6 wöchigen Rucksackpartie in Südamerika, brauchen wir wieder Abwechslung, bevor unsere Integration in die hiesige Natur zu weit führt, wie unsere morgendliche Vogelsprachstunde eindeutig zeigt.

Morgendlicher Sprachunterricht

Der Maroni River war für uns eine gute Alternative zu der südlichen Karibik, wo auch viele Segler die Hurrican Season abwarten und manchmal ganz schön zittern mussten, aber gut da hat jeder seine eigene Planung. Wir sind sehr froh die diesjährige Hurrican Season ( die es ja ganz schön in sich hat) aus sicherer Position beobachten zu dürfen und leiden mit all den Betroffenen Seglern und Inselbewohnern mit, weil wir wissen wie s…..e es ist wie die Maus in der Falle zu sitzen und zu warten was geschieht!

Für unsere Tweeny ist auf jeden Fall ein halbes Jahr Süßwasser pritscheln eine Wohltat da einerseits kaum Korrosion oder Rost sich bilded und andererseits alle Pumpen, Motoren, und Systeme gut durchgespült werden.

Wir nützen die Nähe von Suriname aus, was gleich auf der anderen Flussseite angrenzt zum günstigen Bier bunkern und waschen jede einzelne Flasche ab, weil wir einerseits genug Süßwasser (Fluß) haben und andererseits genau um die Kakerlakenzustände in den Kaufhäusern Bescheid wissen, und so kein Risiko eingehen.

…und gehen auch Benzin bunkern, wobei ich sagen muss, diese Ecke von Albina würde ich keinem ans Herz legen, weil dort habe ich mich auch immer dicht hinter unserem surinamesischen Freund gehalten, und ihm erklärt, kein Problem ich stehe immer hinter Dir egal was passiert,  um den Black People mit ihren Marihuana Pfeiffen und Monsterboxen nicht zu nahe zu kommen .

 Obwohl zwei Männer mit geladener Pump Gun vor dem chinesischen Supermarkt und der topmodernen Zapfanlage wachen, wo die riesigen Pirogen ihre Benzinfässer füllen um sie anschließend im Dschungel an die illegalen Goldgräber zu verkaufen, und auch gleich einschlägig gekleidete Mädchen ( All inklusive: Skorbut, Lepra, und Haarausfall oder Zumpf-Abfall) dorthin bringen und sonst noch was,  bin ich mir sicher das wir hier in 2 Minuten nur noch in der Unterhose dastehen würden und nach Hause schwimmen könnten, falls man keine einschlägige Beschäftigung in der angrenzenden Räuberhöhle für uns vorgesehen hätte.

Aber mit Brian und seinen eingeborenen Freunden fühlen wir uns ganz wohl und der Benzinpreis von 70 Cent lockt eben. Gegen diesen Platz war Albanien ein Kinderspielplatz!

 

Unser Aussenborder kriegt ein neues Hauberl ( quasi Aussenborder Sonnencreme) aus meinem Barcelona Hard Rock Cafe Leiberl aus besseren Zeiten, das mir Karin einfach weggenommen hat, nur weil ein paar „Lukerln“ drinnen waren….

 

Leider wird unsere einzige Mobilität an Land, unser Makita Elektro Klapp-Fahrrad ( obwohl wir es im 1. Stock, des Innenhofes, bei den Wohneinheiten der Gemeindebediensteten angekettet haben ), in der Nacht gestohlen und wie das Video zeigt, ist der Dieb direkt und zielstrebig auf sein Objekt zugegangenen und dann in aller Ruhe weggefahren, arrogant, als würde er sagen wollen, wir nehmen uns was wir wollen!

Auch die Leder Werkzeugtasche, die ich zum in den Mast klettern auf meinen Sicherungsgurt befestige, ist weg. Von der Klappbox die wir hier auch nicht ersetzen können rede ich gar nicht mehr.

Die Qualität der Videoüberwachungskamera ist aber leider so schlecht, dass man den schwarzen Dieb, obwohl er mit unserem Fahrrad ganz knapp bei der Kamera vorbeifährt nicht erkennen kann.

Das zeigt, dass man uns definitiv über eine Zeitraum beobachtet und ausgekundschaftet hat, um uns um unser Hab und Gut zu bringen, weil wir sind ja reiche Weiße und das tut uns gar nicht weh, weil wir haben ja alles geschenkt bekommen und mussten dafür nicht arbeiten gehen und leiden!

Wir sind einerseits traurig andererseits sauer, versuchen aber unseren Zorn in Grenzen zu halten und runterzuschlucken.

Nachdenken darf ich nicht viel darüber was dieses A…….h mit unserem Klapprad macht, ich wünsche ihm auf diesem Weg einen Überschlag weil die Bremsen blockieren und einen gesunden Schotterausschlag in seiner Gesichtsbaracke, und kommentiere und ärgere mich nicht weiter über solche Zwischenfälle, denn in Zukunft werden wir noch besser Acht geben und uns vor diesen Naivlingen besser schützen, wie bleibt vorerst unser Geheimniss, aber eins ist sicher ein weiteres Monatsbudget für unseren Reisetraum ist dahin!

 

So sehen schwarze Fahraddiebe im dunklen aus:

Dass sich Frauli`s Handy in der letzten Zeit dauernd aufhängt und selbstständig Whats app und Facebook Texte schreibt, hebt die Stimmung auch nicht unbedingt. Das liegt daran, dass der Akku sich aufbläht und das ganze Handy aussieht als wäre es im 7. Monat schwanger, vielleicht von unserem Funkgerät oder unserem Laptop, der sich auch ganz komisch verhält mit seinem neuen Tastaturdesign in Pink.

Aber wir haben ja auch viele Freunde hier gewonnen, die dich dann wieder auffangen, wie unsere Holländer, Anne und Peter ( mit denen wir uns sehr gut verstehen und sicher noch eine schöne Zeit in Surinam verbringen werden ), die uns besuchen kommen und ein tolles Mitbringsel schenken, eine Flasche Johnnie Walker „Explorers Edition - Gold Route“, eine von 3 Sonderserien ( den Trade Routes) was mir persönlich eine große Freude bereitet, da wir seit unseren Sonderangeboten im Duty free von Surinam unsere Vorliebe für die verschiedenen „Labels“ von Johnnie Walker gefunden haben.

 

Auch unsere beiden Italiano Mädels Giulia und Francesca, die hier im Krankenhaus arbeiten, sind immer wieder ein sonnige Abwechslung, wir verbringen immer wieder gemeinsame Abende und Nächte am schönen Ankerplatz nicht weit von der Marina und genießen die Vorzüge unseres Weber Grills und der großen Plattform die gleich zum Haare schneiden missbraucht wird ( Karin hat eindeutig den besseren Job, weil sie, überall wo wir bis jetzt hingekommen sind, eigentlich immer ein bisserl Geld verdient hat )

Und auch mit Jo und Angie, unseren beiden lieben Kieler Nordlichtern, verbringen wir angenehme Tage und feiern gleich Jo`s 61er ( is eh no gaunz resch für 61) mit Barbecue auf Tweeny.

 

 

So kann ein Weber Grill nach 3 Jahren im Dauerbrennen aussehen, wenn man drauf schaut. Blitzeblank für unseren Zauber Joe.

 

 

Während einem unserer Ankerplatzbesuche kommt ganz plötzlich ein Schwarm Wespen auf seiner Wanderung zur gegenüberliegenden Insel auf Tweeny vorbei ( Luken und Türen waren ganz schnell zun !!) und verwenden uns als Raststelle, die Veranstaltung löst sich aber glücklicherweise nach geraumer Zeit wieder auf , weil das waren schon ganz schön viele Brummer, der Segelsack war richtig schwarz, das Foto haben wir uns erst nach der Belagerung machen getraut, quasi beim Restbestand!

 

Basil the 2nd ( Nr.1 liegt in Gibraltar am Ankerplatz nach verwelkter Lebensdauer) kommt an Bord und wächst und gedeiht bei Frauli`s Pflege und wartet auf seine Gäste in der Karibik. Frauli braut ihm einen Naturdünger aus Eierschalen, Knoblauch und Zwiebelresten, Tee und Kaffeeresten und ich behaupte wenn er das aushält ( stinkt!!!!) kann ihm ein Wirbelsturm auch nicht mehr aufhalten, hoffentlich wurzelt unser Freund nicht auf Tweeny`s Plicht!!

Eines schönen Tages wollen wir unseren Brotbackautomaten starten, aber leider macht unser Wechselrichter ( Umwandler von 12 Volt auf 230 Volt) schlapp und auch der Ersatz streikt, was uns 3 Tage ( zum Glück mit Hans von SY Trud, der sein ganzes Leben im Job mit so kleinen Bauteilen verbracht hat und einsame Spitze ist ) reparieren einbringt und anschließend schicken wir eine defekte Platine nach Deutschland ins WAECO Werk und hoffen auf positive Antwort bezüglich kurz abgelaufener Garantie, schauen wir mal weiter!

 

Zur Zeit haben wir Wasserhöchststand und naturgemäß auch niedrigstes Niedrigwasser, das sind Zeitpunkte wo man bei Hochwasser lieber nicht auf eine Sandbank aufläuft, weil das würde langes Warten bedeuten.

Auch unsere Nachbarn haben den Tidenhub unterschätzt als sie am Morgen zum Landausflug aufbrechen und haben ihr Dinghi zum trocknen aufgehängt!

 

Aber sie haben Glück aufmerksame Nachbarn zu haben.  Wir können das Schlauchboot zwar nicht neu anbinden, da es natürlich am Steg angekettet ist, und eigentlich ganz gut „abhängt“, aber wir beobachten es und als wieder Wasser in den Fluss einläuft stehen wir parat am Steg und geben dem Tender ein bisserl Stehauf Hilfe in die richtige Richtung, denn wie man am Foto sieht tendiert es eher mit der falschen Seite wieder ins kühle Nass einzutauchen, wobei der Motor dann gleich einmal eine Flussdusche bekäme und unbrauchbar wäre!

Wir haben unsere gute Tat getan und wünschen uns dass er da oben runterschaut und vielleicht ein Fahrrad oder einen Wechselrichter vom Himmel fallen lässt, aber nichts geschieht und wir sind froh geholfen haben zu dürfen und hoffen, dass jeder andere Segler dasselbe tun würde, wo wir uns leider nicht immer sicher sein müssen!!!

 

Auch wir nützen die günstigen Umstände des hohen Wasserstandes aus und planen unser erstes mal mit Tweeny trockenzufallen um unsere Ruderlager zu tauschen, da das im Wasser nicht möglich ist!

Wir checken den Strand und markieren uns die Stelle wo wir Tweeny an Land setzen wollen.

Am Vorabend bauen wir am Ankerplatz beide Ruderblätter mit einer Sicherungsleine aus, da es ja später, wenn wir an Land stehen, nicht möglich ist die Ruderwellen nach unten wegzuziehen weil kein Platz nach unten ist.

So tarieren wir unseren Kat nur mit den beiden Motoren Richtung Strand, werfen einen unserer Handanker vom Heck als Sicherheitsleine, und fahren absichtlich so lange weiter bis wir sanft Grundberührung haben.

Ein komisches Gefühl absichtlich mit seinem Boot aufzulaufen, klappt aber ganz sanft, auch weil es in diesem Abschnitt vom Strand fast keine Strömung gibt, keine Wellen sind und praktisch Windstille herrscht.

Wir bringen noch einen Buganker aus um nicht zu verdrehen und schön langsam sitzen wir immer satter im weichen Sand auf und sinken auch ganz schön tief ein, aber grad richtig um die Saildrives nicht freischaufeln zu müssen, mit der Schneeschaufel, die jeder gute Segler mit haben muss.

 Aber alles läuft prima und während das Wasser zurückgeht putzen wir gleich unseren Rumpf und freuen uns , dass er tip top aussieht wie neu, weil hier im Fluss sich zwar Schleim ansetzt, der aber ganz leicht runtergeht.

Wieder ein Vorteil im Süßwasser zu schwimmen!!

 

Wir suchen alle Schlauchverlängerungen die wir finden können und stückeln sie zusammen, somit haben wir Druckwasser und Frauli putzt gleich alles runter.

Die Sonne brennt runter und natürlich ziehen auch Gewitter durch, was es nicht leichter macht, denn unterm Boot liegend muss ich eines der vier Ruderlager ausstemmen weil es verrieben und gebrochen ist .

 Halb im Wasser halb im Sand liegend, reibt sich mein Rücken ganz schön auf, Naturpeeling halt.

Das Ausstemmen und den ganzen Tag über Kopf arbeiten schlaucht uns ganz schön.

Aber um 21:00 schwimmt Tweeny wieder schön sanft auf und wir ziehen wie am Schnürchen vom Strand ab und machen an unserer Boje fest.

Geschafft, wir sind stolz auf uns diese anstrengende aber wichtige Arbeit erledigt zu haben, und freuen uns eine Menge Krangebühren gespart zu haben, da wir mit unserer Tweeny problemlos trockenfallen können.

 

 

 

Für uns war Französisch Guyana ein guter Platz um die Hurican Season und Regenzeit abzuwarten und unser Schiff wieder für die neue Saison zu machen, gefährlich ist es in diesem Teil der Welt sowieso überall.

Wir hatten hier zwar auch viel Pech, aber auch viele Gute Erfahrungen, wobei uns das Team und Samuel (Eine Mischung aus Bruce Lee und Eminem )….

 

 

…von der Marina oft sehr behilflich waren.

Danke !

 

 

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